Sonntag, 8. April 2012

Wie wenig sich geändert hat, in den letzten vierzig Jahren. Wir fahren noch immer in Benzinkutschen, wohnen in Altbauwohnungen, tragen Jeans und Jackett. Wenn ich nochmal in die SciFi-Romane der späten 70er hinein blättere: was für große Erwartungen. Marsmissionen, mondgroße, geostationäre Raumstationen (schon in den 50er Jahren von Wernher von Braun entworfen, vermutlich als eine Art kosmisches Neuschwabenland), Kernfusion.
Stattdessen ist nicht viel passiert. Die Computer sind kleiner geworden, ohne Zweifel, aber es ist die selbe Technik (vielleicht auch nur die gleiche). Mobilfunkgeräte sind ebenfalls miniaturisiert, aber Oberinspektor Derrick hatte schon 1973 ein Autotelefon (vermutlich A-Netz, vielleicht aber auch schon das hypermoderne B-Netz).
Und das Arpanet heißt seit zwanzig Jahren Internet, und ist auch außerhalb militärischer und wissenschaftlicher Kreise zugänglich. Videospiele (damals Telespiele genannt) bestehen nicht nur aus drei Pixelblöcken (PONG), aber man wird genauso stumpf in der Birne von einer halben Stunde Mario Brothers (und Super Mario existiert jetzt auch schon seit 30 Jahren).
Das Einzige, das sich stark gewandelt hat, ist die politische Lage. Systemwechsel, Sieg des Kapitals. Und die Literatur hat sich verändert, zum Besseren hin (vielleicht weil sie sich nicht mehr für das Politische zuständig fühlt). Sie ist viel komplexer geworden, tiefgründiger, weniger starr.

Aber was Umgebung und Lebensumstände anbelangt, leben wir in den anhaltenden, sich in die Jahrzehnte blähenden 70ern. (Goodbye seventies, sangen Yazoo 1982). Die gleichen Klamotten, die gleichen Kinder- und Gesellschaftsspiele, die gleichen, nein, die selben Filme (STAR WARS). Nur Barbie heißt jetzt LilliFee, und das Phantom ist in Rente gegangen (nach einem missglückten Wiederbelebungsversuch). Die anderen Superhelden allerdings: alle immer noch schwer am Machen. (Und die Masters of the Universe warten schon auf ihre Neuverwertung. Sie warten in der Weltraumstadt "Wernher von Braun II").



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