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Montag, 9. September 2013

Einige Impressionen von einer bemerkenswerten Lesung mit Daniela Seel und Martin Piekar in der Z-Bar. Ins Besondere die Gespräche der Beiden über das vorgegebene Leben, das uns zum Beispiel IKEA unbietet, waren erhellend und kurzweilig.


Daniela Seel, Martin Piekar, Johannes Frank

 Daniela Seel, Martin Piekar 

Birgit Kreipe, Georg Leß

Johannes Frank

Dominik Ziller

Trautsch, Kreipe, Frank, Piekar, Kennel

Florian Voß

Donnerstag, 7. März 2013

Ich komme überhaupt nicht mehr dazu, diesen Blog zu führen. Romane wollen geschrieben sein, Gedichte in Massen, Anthologien müssen vorbereitet werden...
Und erst jetzt kann ich mich dazu aufraffen, einen kurzen Bericht zu Björns Buchpremiere zu verfassen:
Im Ozelot in der Brunnenstraße ein unglaublicher Andrang, sicher 70 oder 80 Zuhörer, die sich in der Buchhandlung einfanden. Und vor der Lesung in einem riesigen Pulk rauchend vor dem Schaufenster standen. Eher die Szenerie einer Vernisage.
Die Lesung selbst war packend, die Moderation von Kai Splittgerber unterhaltsam. Die Unterhaltungen danach die Üblichen über Kunst, Geld & Ruhm. Später in einer mir nicht bekannten Bar dann weiteres Reden und weiteres Trinken. Endlich kam ich zu einem Glas Wein (und einem nächsten, und noch einem nächsten...) - im Ozelot hatte es nur Bier gegeben, das ich ja prinzipiell nicht konsumiere.

Ron Winkler

Publikum

Ricardo Domeneck, Johannes Frank,
Birgit Kreipe

Isabel Cole, Axel Haase

Lea Schneider, Tristan Marquardt,
Angela Sanmann, Lucy Fricke, Ron Winkler

Ricardo Domeneck, Johannes Frank

Ricardo Domeneck, Johannes Frank

Ricardo Domeneck, Johannes Frank

Isabel Cole, Björn Kuhligk

Tom Schulz, Tea Kolbe, Eberhard Häfner

Isabel Cole

Melanie Katz

Melanie Katz

Tinka Bechert

Tinka Bechert

Florian Voß


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Donnerstag, 13. Dezember 2012

(Samstag, 8. Dezember 2012, auf dem Weg in die Provinz Baiern)
Auf der Fahrt in Richtung Jena/Paradies schaue ich in die Landschaft, in den Schnee, der sich die letzten Tage über das ganze Land gelegt hat. In den weißen Wäldern könnte man graue, ausgemagerte Wölfe vermuten, in den Schlössern und Herrenhäusern links und rechts der Gleise werden wohl Ritter und bleichhäutige, blutleere Adlige wohnen.
Ein Märchenland wäre das, wenn nur nicht all die Shopping-Malls und Fabrikhallen sich ins Bild schieben würden.
Im Großraumwagen kaum Passagiere, und der Schaffner erinnert mich an irgendwen, doch im Erinnerungsspeicher ist kein Zwilling für ihn verzeichnet.
Die Fahrt geht weiter durch den Thüringer Wald, durch enge, mit Schatten geflutete Täler, weiter über die Prärie der fränkischen Landstriche, bis hin zur Hauptstadt mit Herz, Hauptstadt mit aufgeblähten Herzbeuteln.

Schnee

Im Wald da sind die Wölfe

Herrenhaus

Das Schloss

Im Wald da sind die Dohlen

Kurz nach drei Uhr betrete ich leise den Saal des Einstein-Kulturzentrums, des sich in den alten Gewölbekellern einer ehemaligen Brauerei befindet; all die sonnigen Winterlandschaften, an denen ich die letzten Stunden vorbei gefahren bin, liegen weit hinter mir, denn hier bin ich nun in einem Bunker ohne Mobilfunk-Netz.
Vorne an der Bühne steht Wolfram Malte Fues und diskutiert mit dem spärlichen Publikum über die verschiedenen Möglichkeiten der Lyrik in dieser Zeit, bezieht sich auf Schiller und schaut aus wie Jean Marais, kurz bevor er sich die Maske des Fantomas überstreift. Er hat zweifelsohne Charisma, aber er hat auch zweifelsohne wenig Zuhörer (leider, denn er scheint klug zu sein und hat etwas zu vermitteln). Nicht anders wird es in den folgenden Veranstaltungen der Haidhauser Büchertage sein. Mitten in einer Millionenstadt verirren sich zu jeder Lesung kaum mehr als ein Dutzend Interessierte. Warum das so ist? Ihr fragt besser nicht.

Am frühen Abend gehe ich zurück zum Bahnhof, um nach Frauenried zu fahren, ein winziges Dorf, in dem der Hallinger Markus mit seiner Frau und den fünf Kindern lebt. (Naja, drei sind schon ausgezogen).
Der Dichter wohnt in einem Pfarrhaus, das abseits der anderen Höfe, selbst abseits der Kirche liegt, hinter tiefem Schnee, vor dunklen Tannen. Die Leute im Dorf reden über ihn. Er schreibt über die Leute vom Dorf.

Doch zuvor geht es auf eine Lesung im Nachbarort Weyarn, eine kleine Gruppe von Häusern, die sich um ein übermächtiges Kloster der Deutschritter ducken. In der Dunkelheit der matt glänzenden Nacht meine ich in einem anderen Jahrhundert gelandet zu sein. Ständen keine parkenden Autos vor der kleinen Dorfbücherei, die sich in einem Raum des Ordens befindet, würde ich beim Rauchen vor der Tür auf den Landauer warten, gezogen von zwei falben Schimmeln, der mich zum König bringt. (Versonnen streiche ich mir über den aufgezwirbelten Schnurrbart).

Weyarn

Weyarn, Klosterkirche

Durchgang zum Kloster

Die Lesung von Hallinger und dem Schriftsteller Helmfried von Lüttichau ist verblüffend gut besucht, mehr als zwanzig Leute drängen sich in dem kleinen Raum. Ein Gitarrenduo spielt, die Männer lesen Gedichte, die Bibliothekarin schenkt Wein aus und lacht.
Danach Schweineschnitzel, die als Schweinemedallions verkauft werden, in der hässlichsten Pizzeria diesseits des Atlantiks. Putti mit Weihnachtsgirlanden, angetrunkene Dorfjugend, Kulturschock.

Markus Hallinger, Helmfried von Lüttichau

Julietta Fix, Helmfried von Lüttichau

Später im Pfarrhaus des Dichters noch einige Zigaretten und große Gläser mit Kräuterlikör. Während Markus seine Gedrehten in sich reinzieht, dampfe ich meine E-Zigarette, die ich mir zwar schon vor acht Monaten gekauft habe, die ich aber erst seit einigen Wochen regelmäßig benutze. Nunmehr bekomme ich wieder Luft, aber ganz leicht fällt es mir trotzdem nicht, auf verbranntes, hoch aggressives Nikotin zu verzichten. Denn wenn eine Zigarette des Äquivalent zu Heroin wäre, könnte man das Liquid der E-Zigarette als Methadon bezeichnen. Es hält mich friedlich, aber manchmal befriedigt es nicht vollständig, der letzte Kick fehlt.

Das Hallinger Haus

Am nächsten Morgen (9. Dezember 2012, noch immer in der Provinz Baiern) früh aus den Betten, große Stücke Wurst frühstücken, und dann ab in die Landeshauptstadt zurück.
Meine Lesung um 12 Uhr noch schlechter besucht, als der Vortrag von Professor Fues, aber von den wenigen Leuten – fast alles Schriftsteller – beglückwünschen mich anschließend die Hälfte.
Auch die Lesung von Markus zuvor ein Erfolg, ebenso der ungeplante Auftritt von Frank Schmitter.

Am Nachmittag dann ein Podiumsgespräch zur aktuellen Situation der Lyriker (verarmt und ausgebuht) zusammen mit Markus, Johannes Frank und Bertram Reinicke. Schnell kommt das Thema auf Schreibschulen, und ob man dort das Dichten lernen könne. Eher nicht.
Auch dieses mal kaum Zuhörer. O, München, Hauptstadt der Bildungsbürger scheinst du nicht zu sein. Oder sind alle im Schnee stecken geblieben? Oder wollen sie mich einfach nicht hören?

Publikum

Noch ein kurzes Gespräch mit Johannes, der wenig später zum Flughafen muss, um zurück nach Berlin zu fliegen, der viel früher in der Heimat ankommen wird als ich, was ich ihm ein bisschen neide. Dann eine Gulaschsuppe zu fünf Euro, schließlich zur U-Bahn-Station. Wenig später stapfe ich durch eine aufgegebene Schalterhalle des Münchener Hauptbahnhofs und besteige den ICE.


Regional-Bahnhofshalle, München



In der Helle des Bahnhofs wirbeln Schneewolken aus den Deckenstrahlern. Die Verlassenheit des Reisens an einem Winterabend. Richtung Jena/Paradies, wie es neonrot am Waggonhimmel leuchtet. Die gelassene Verlassenheit des Reisens. In solch Stimmung von Weltschmerz möchte man zwei Sitze weiter nicht die graue, warme Unterwäsche einer mitteldicken Frau sehen, die sich nach Vorne beugt und nach einem Snack angelt.
Abfahrt des Zuges. Eine Stunde später erreicht mich eine SMS von Johannes, dass sein Flug ob des Wetters gestrichen worden sei, und er nun in dieser Stadt festhängen würde. Ach, wie schön kann Bahn fahren sein.

Paradies

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Montag, 20. August 2012

Und noch ein paar Photos von Toms 42. Geburtstag.

Gerhard Falkner, Björn Kuhligk

Tom Schulz, Gerhard Falkner, Björn Kuhligk

Gerhard Falkner

Eberhard Haefner, Birgit Kreipe, Johannes Frank

Johannes Frank, Gerhard Falkner

Ruth Johanna Benrath, Synke Köhler

Eberhard Haefner, Melanie Katz

Andrea Schmidt, Melanie Katz, Joh. Frank

Björn Kuhligk

Friederike Scheffler

Friederike Scheffler, Björn Kuhligk

Florian Voß
(Photo: Johannes Frank)

Aurélie Maurin

Johannes Frank

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