Montag, 16. Mai 2016


Am Vorabend des Krieges I

Gebannt schauen wir auf die Screens und warten auf den Scream der Barbaren. Aus dem Berberland, aus dem ganzen Libyen, vom schwarzen Kontinent; darauf dass sie driften, auf Booten, Flößen, Luftmatratzen. Schwarze Materie. Hinein in das Universum des Lichts, in die Galaxie der Aufklärung, die uns ja ganz allein gehört. Dieser schöne Kontinent, bald geraubt von einem Stier aus dem Atlasgebirge.

Gerade gab die NASA im Rundfunk durch, der April dieses Jahres sei der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen (cruel month, indeed). Und in Äthopien dorrt die Erde aus, die Menschen fallen in den Hunger zurück, fallen in den Tod zurück schon bald.

Gottgefällig, selbstgefällig, vom Geburtsrecht gepudert sitzen die heimischen Bürger heimelig an ihren Herden und Geräten, das Flackern in den Augen gespiegelt, und sind sich ganz und gar sicher: die dürfen nicht hier her, die sollen im Mittelmeer ersaufen.
Aber nur Tausende werden ersaufen, Hunderttausende werden durchkommen. Eine winzige Vorhut, eine Avantgarde der kommenden Kriege.

Wie der kleine Bürger mit dem spitzen Kopfe meint, die sogenannte Flüchtlingskatastrophe wäre eben nur eine Katastrophe, ein Zufall, der leicht zu bändigen wäre mit den richtigen Waffen an der richtigen Grenze.
Nicht mal ein Blinzeln in die Zukunft gestatten uns die paar Hunderttausend. Wenn ein ganzer Kontinent austrocknet, der nur von einer Pfütze von Mittelmeer von uns getrennt ist, dann werden alle Spielkarten und Landkarten völlig neu verteilt werden.

Eine neue Völkerwanderung steht an. Ach, was sag ich, nein, eine Kontinentaldrift ganzer Völker wird losgestoßen werden, wenn erst das Klimaziel von zwei Grad plus erreicht ist.
Und diese Menschen werden sich nehmen, was wir ihnen so lange vorenthalten, was wir ihnen gestohlen haben.

(Derweil die Fussballnationalmannschaft in Ascona/Schweiz Vanille-Kipferli futtert. In einem Kurhotel am besten Platz. (Ganz späte Lebensreformer). Die Lokalmannschaft wurde ausradiert. Ach, nein, ausquartiert.
Und in Kreuzberg: Karneval der Kulturen. Saufen bis der Witch-Doctor kommt.
Doch hier in Schöneberg ein Wechsel von Musik und Stille. Gutes glutenfreies Essen. Fröhliche Gäste, Sonnenschein. Auf Bewährung im Garten Eden).




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