Montag, 6. Juli 2015

(Pseudo)Coding Neukölln 1

void awake. void start. player position new. find child.
Waren die Menschen auf der Karl-Marx-Straße früher auch schon so bodenlos in sich selbst gestürzt, ihr Leid derart aufgetürmt in ihren Körperschatten? Hinter dem Horizont geht’s weiter, dort lauern in lauer Luft die Lemuren, trinken den Eierlikör aus großen Eimern. Hey-Ho, hier geht’s in den Zuschauerraum. Kommse rinn, werter Herr, tretense ran, gnädige Frau. (Ein billiger Zirkus. „Alle Straßen münden in schwarze Verwesung“). (Alle Wege müden in graue Verwegung).
void awake. void start. player low, terrain black. if neukölln, then dunkelheit über menschheit.
In den Scripten stehen die Wahrheiten über die Räume, über die Oberflächen. An den Innenflächen nur Werbeplakate, das Fernsehprogramm (debile Geishas in den weiten Ebenen von RTL).
An den Straßenenden endgeile Opfer mit abgefuckten Messern in den Händen, die Klingen nach vorne, die Arme hoch, flieg, krieg dein Kampfgeschehen in den Kopf und sieg. Krieg.
In den Schwimmbecken so ein Flair der Jahrhundertwende. Burkinis und gezwirbelte Schnurrbärte (manchmal auch Bakunins). Im Hintergrund Jugendstilbauten, frisch verputzt zum Trockenwohnen. Abgespackte Styroporplatten. Aber 20 Emchen pro QM.
void asleep, schlaf mein Prinzchen still im Prinzenbad. Du bist ein eingekreuzter Bürger in Neukölln. Friedenaulich zwischen gestützten Klonkriegern. (Wenig witzig, wirres Wortspiel, alberne Alliterationen).
void asleep. Sterben, schlafen, träumen vielleicht. {Script end}


(Oh, C-Shark has pretty teeth, dear / and he shows’em pearly white)




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