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Sonntag, 14. Mai 2023


12. April 2022 

Nur noch drei Wochen, dann ist es soweit. Mein Fantasyroman Die Ruinen von Vinatur wird als eBook bei Amazon erscheinen. Am 1. Mai - am Tag der Arbeit. Es ist mein bisher bestes Buch geworden. Rund 450 Seiten, die mich mehr als ein Jahr Arbeit gekostet haben.

Nun wird sich zeigen, ob der Roman, das Cover und die Werbekampagne etwas ausrichten wird.

Auch das Cover habe ich selbst gebastelt, zum einen, weil ich Design drei Jahre gelernt habe, zum anderen, weil ich endlich mal die volle Kontrolle über eine Veröffentlichung haben wollte.

Ob das eine gute Idee war, das wird sich zeigen.

Mein Ziel ist: 5000 verkaufte Exemplare. Ist das zu hoch gegriffen? Vermutlich. Andererseits, warum nicht? Der Roman ist gut geworden. Bei der Überarbeitung habe ich ihn gerne gelesen. Und wenn ich den Text schon gerne lese - ich, der ich schwer zufrieden zu stellen bin - wieso nicht auch andere?


13. April 2022

In den letzten Wochen habe ich die Vorgeschichte zweier Figuren aus dem Roman geschrieben, zweier Figuren, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Es ist eine rund 40 Seiten lange Story geworden, die zwei Jahre vor den Ereignissen der Ruinen von Vinatur spielt.

Tira, das Mädchen aus Silberaue, die so eine bedeutsame Rolle in Prinz Jaris Leben spielen wird, trifft auf den Zauberer Malek - auch er später schicksalshaft verwoben mit Jaris und Kallum.

Die Story hat den Titel Schattenschleicher - und ich versuche in ihr einen mehr impressionistischen Ton zu treffen. Letztlich soll sie die Sichtweise einer Neunjährigen auf eine gefährliche Welt darstellen, in der Ungeheuer die Norm sind, heißen sie Schattenschleicher oder Mutter.

Aber die Geschichte soll auch das Abenteuer der Kindheit einfangen, die Lichtstrahlen, die durch das Fenster fallen, den Wind, der durch die Zweige rauscht. Und das Abenteuer des Lesens, dem Tira verfallen ist ... so wie ich schon seit meiner Kindheit.

Ich habe die Geschichte mit großer Begeisterung geschrieben, aber diese Begeisterung war nicht der einzige Grund, weshalb ich mich an die Arbeit machte. Der Plan ist (so viele Pläne ... und so wenig Sicherheit, ob ich sie in die Realität werde umsetzen können) ... der Plan ist also, Schattenschleicher als Schlepper für den Roiman zu verwenden. Ich werde die Story zum Preis von 99 Cent anbieten, vielleicht auch kostenlos, so dass der Leser und die Leserin dazu verleitet werden, den Roman zu kaufen, nachdem sie hingerissen von der Kurzgeschichte waren.

Die Frage ist nur: werden sie hingerissen sein?

Und weil mir die Arbeit an Schattenschleicher so gefallen hat, möchte ich drei weitere Storys schreiben, bevor oder während ich den zweiten Roman in Angriff nehme (der den Arbeitstitel Die Ruinen von Albenmoor hat und an dessen Vorarbeiten ich schon sitze).

Zum einen jeweils die Vorgeschichten von Jaris und Malek, zum anderen eine Sammlung von Legenden, die in dem Grünen Buch der Erde niedergeschrieben sind. Aus diesem Buch wird im Roman und auch in der Kurzgeschichte zitiert und ich habe das Bedürfnis, diese Legendensammlung Wirklichkeit werden zu lassen, so dass sie auch im echten Leben am Kaminfeuer vorgelesen werden kann.


14. April 2022

Zur Zeit überarbeite und korrigiere ich das letzte Viertel des Romans. Mehr als ein Jahr nach Fertigstellung. Und es ist immer wieder verblüffend, wie viele Fehler und Ungenauigkeiten man noch findet. Ich hoffe, ich habe alle Bugs erwischt, die zwischen den Seiten rumkrabbelten. Was ich auch immer wieder bei meinen Manuskripten feststelle: je älter sie sind, je weiter entfernt, fast schon in Echo-weite, um so objektiver kann ich sie lesen und beurteilen. Das ist ein großer Vorteil, den ich jedem Schriftsteller empfehlen kann wahrzunehmen, aber es war in diesem Fall keine freiwillige Entscheidung, so vorzugehen.

Ich habe das Manuskript zahllosen Agenturen und späterhin einigen Verlagen angeboten. Das Interesse war bescheiden und das ist noch eine Übertreibung. Wäre ich nicht schon seit Jahrzehnten Schriftsteller, hätte mich das vermutlich völlig aus dem Konzept gebracht und noch immer nagt die Frage mit spitzen Zähnchen an meiner Seele (denn öch bön der Seelephant): was, wenn sie recht hatten, all die Experten, wie z.B. der Cheflektor von Fischer Tor, der den Roman mit sehr harschen Worten abtat?

Ich glaube, sie alle haben unrecht, ich glaube sie kennen ihr Publikum nicht. Wir werden es erfahren in knapp drei Wochen. Eigentlich schon früher, denn Die Ruinen von Vinatur werden ab Ende April bei Amazon vorbestellbar sein.

Derweil schreibe ich an dem zweiten Kurzgeschichten-Sidekick des Romans, eine Sammlung von Legenden mit dem Titel Das grüne Buch der Erde - wie gestern erwähnt spielt diese Sammlung von Sagen auch eine Rolle in Vinatur selbst.

Wie viele Legenden es werden, das weiß ich noch nicht. Zwei kurze Stücke habe ich schon. Zum einen den Anfang von Siebenfinger in der Stadt aus Eis - Tira liest in Schattenschleicher den Anfang dieser Geschichte -, zum anderen Die Kinder von Vinatur, eine Sage, die ich gestern im Park begonnen habe zu schreiben.

Im Park, in der Sonne, bei 20 Grad Celcius ... jetzt fällt der Regen in dünnen Fäden und ich sitze am Schreibtisch. Wie gerne würde ich wieder in der Sonne sitzen! Wie gerne wäre ich auf dem Marktplatz von Tagwald, oder auf der Hochebene von Albenmoor ...


15. April 2022

Wieso eigentlich ein Fantasy-Roman? Das ist eine lange Geschichte.

Meine erste große Liebe (nach Enid Blyton) war die Phantastische Literatur. Angeregt von Raumschiff Enterprise und später Mondbasis Alpha 1 lieh ich mir Science-Fiction-Bücher in der Bibliothek aus. Erinnern kann ich mich noch gut an Das Raumschiff der Kinder und Commander Perkins.

Ich war fasziniert von den Welten, in die ich reisen konnte - die ZUKUNFT, Raumschiffe, Roboter, Aliens. Dann kam der Horror ...

Als ich mit elf Jahren den Pfadfindern beitrat, fuhr ich wenig später auf ein Ferienlager und dort las der Stammesführer (so nannte sich das, die Pfadfinder hatten etwas leicht Archaisches - vor allem mein Stamm Bundschuh, der eine Mischung aus Hippies und Aufständigen war) eine Kurzgeschichte vor, von einem Autor, dessen Namen ich noch nie gehört hatte: H.P. Lovecraft. Die Geschichte des Außenseiters traf mich ins Herz, denn das war auch ich. Später würde man so etwas Nerd nennen, damals nannte man das Stubenhocker, Bücherwurm, Brillenschlange (wobei ich in meiner Kindheit und Jugend noch keine Brille tragen musste).

Horror-Literatur war im Jahr 1981 schwer zu bekommen in Deutschland, es war wenig übersetzt und es gab noch kein Internet (allerdings schon das Arpanet, aber dort hatte ich keinen Zugang und Jeff Bezos hatte noch nicht einmal damit angefangen, Bücher mit der Post zu verschicken). Was es aber gab waren Heftromane: Professor Zamora, Larry Brent, Macarbos ... und John Sinclair. Die Romane über den Geisterjäger vom Scotland Yard begann ich mit Elan zu lesen. John Sinclair/Jason Dark war es auch, der mich zum Schreiben brachte: mit zwölf Jahren beschloss ich, dass ich so etwas auch könne (und zwar besser, wie mein jugendlicher Größenwahn mir einredete) und schrieb in ein hellblaues Schulheft meine erste Horror-Story ... Chris Colman - Universität des Grauens.

Von Horror (und Science Fiction, die ich nach wie vor las) war es kein weiter Weg zur Fantasy, vor allem, weil es ab den frühen 80ern geradezu einen Fantasy-Boom gab. Die unendliche Geschichte war erschienen, Conan war verfilmt worden, Der dunkle Kristall lief im Kino ... und ich las, nachdem mir die Abenteuer John Sinclairs dann doch zu simpel geworden waren, die Elric-Reihe von Michael Moorcock und den Enwor-Zyklus von Wolfgang E. Hohlbein (der damals noch die Initiale seines zweiten Vornamens im Namenszug führte). Auch Conan und Thongor, Kull und Jandar zogen in meine Welt ein. Und ich war beglückt - ich habe in meinem Leben viel gelesen, aber nie wieder solche Unmengen wie in den Jahren 1980 bis 1985. Goldene Zeiten.

1985 war es auch, als ich zwei Bücher las, die meinen Zugang zur Literatur entscheidend verändern würden: Howl, das wilde Langgedicht Allen Ginsbergs und Der Fremde, der existenzialistische Roman von Albert Camus. Beides stand meinem fünfzehnjährigen Ich plötzlich besser zu Gemüt, also betrog ich meine erste Liebe. Aber über die Jahrzehnte hatte ich immer wieder ausgedehnte Affären mit der Ex, doch schrieb ich trotzdem nur das, was man gemeinhin Hochliteratur nennt. Meine Bücher, die bis zu diesem Tag erschienen sind, zeugen davon (gleichwohl sie auch das eine oder andere phantastische Element beinhalten).

In den letzten Jahren allerdings fing mich diese Art von Literatur an zu langweilen - das Bauchpinseln, die mangelnde Spannung, die ewige Selbstbetrachtung - und ich begann wieder verstärkt Science Fiction und Fantasy zu lesen (ab und an auch Horror). Und allmählich breitete sich in mir das Bedürfnis aus, so etwas auch wieder selbst zu schreiben, selbst eine neue Welt zu entwerfen. Und das tat ich dann auch ...


26. April 2022

Endlich sind die Osterferien vorbei und ich kann, als Vater von zwei Kindern, wieder in Ruhe arbeiten.

Den Morgen über - und auch die letzten Tage - habe ich das Manuskript gesetzt (für die Taschenbuch-Ausgabe), dann bei Amazon hochgeladen und schließlich die Detailseite zusammen gebastelt; also die Seite dort, auf der man das Buch dann finden wird ... oder besser gesagt, schon finden kann.

Denn ab jetzt ist Die Ruinen von Vinatur vorbestellbar. Die kleine Werbekampagne werde ich aber erst starten, wenn das Buch am 1. Mai zu kaufen oder leihen ist.

Doch eigentlich wollte ich gar nicht von den Strapazen eines Selbstverlegers berichten, sondern damit beginnen, ein wenig über die Einflüsse zu plaudern, die meine Art Fantasy zu schreiben geprägt haben. Und einer dieser Einflüsse war Das Schwarze Auge.

Ich hatte mir das erste Fantasy-Rollenspiel deutscher Sprache zu meinem vierzehnten Geburtstag im Jahre 1984 gewünscht (lang, lang ist's her) und auch bekommen.

Die nächsten Monate, was sag ich, Jahre verbrachte ich mit diesem Spiel auf dem Speicher meines besten Freundes Joe Enderlein, der dort ein eigenes, von Eltern und Großeltern nicht leicht auffindbares, Reich besaß. Mit anderen Freunden erlebten wir dort Abenteuer in Aventurien und für vierzehnjährige Jungs war das weitaus besser, als alles, was vor den kleinen Fensterluken geschah.

Anfangs richteten wir uns nach den offiziellen Abenteuerbüchern (Im Wirthaus zum schwarzen Keiler!!!), dann aber fingen wir an, eigene zu schreiben - also vor allem ich fing damit an.

Das erste Stück Fantasy, das ich schrieb war Die Sumpfwälder des Schreckens - eine wilde Hatz durch drei Dutzend Fallen, so weit ich mich erinnere. Am Titel kann man schon erkennen, dass ich zuvor nur Horror-Groschenromane gelesen und geschrieben hatte. Das Abenteuer war abgeschmackt und es war großartig!

Eine neue Welt zu entwerfen, mit Städten, Dörfern, Verliesen und Höhlen, das war eine Offenbarung für mich. Das war mehr, als nur eine Geschichte aufzuschreiben und - von heute aus betrachtet - eine gute Vorbereitung darauf, den Roman zu schreiben, den ich jetzt, nach Jahrzehnten, endlich geschrieben habe. Denn die Welt muss ja glaubhaft sein, muss eine Geschichte haben, Mythen, Götter, Pflanzen und Tiere ... und natürlich Monster. Ich hoffe, dass mir das gelungen ist.

In den 80ern kaufte ich noch viele Rollenspiele - Midgard, Dungeon & Dragons, Traveller - aber als ich nach Berlin zog, ließ ich alles in der elterlichen Wohnung zurück. Meine Eltern entschieden sich kurz darauf, sich scheiden zu lassen. Erst zog mein Vater aus, dann meine Mutter ... und die Myriaden von Spielen, Regelbüchern und Abenteuer verschwanden im Orkus der Zeit. (Oder wurden sie von einem Ork gestohlen?)

Weg, ohne Ausnahme.

Mich kümmerte das wenig; ich war in Berlin, lebte ein Leben als Künstler und hatte anderes zu tun.

Doch in den letzten Jahren ergriff mich dann eine Melancholie und brachte mich dazu, einiges nachzukaufen. Auch die Originalausgabe des Schwarzen Auges war dabei, natürlich, denn sie war ja der Ursprung allen Übels. Ich spiele das Spiel nicht mehr, mir fehlen Zeit und Mitspieler, aber ab und an krame ich eines der Abenteuer hervor, blättere darin und fliege mit weit gespreizten Schwingen über das abendliche Aventurien.


29. April 2022

Heute, an meinem 52sten Geburtstag, habe ich den zweiten Band der Ruinen-Reihe (wie ich sie nenne) begonnen - Die Ruinen von Albenmoor - der die Geschichte um Kallum, Ajala, Jaris und Tira fortführt. Und es warten auf den Leser, die Leserin so einige Überraschungen. Denn obwohl ich erst am Anfang des Manuskripts stehe, habe ich natürlich oft und intensiv über die Geschichte nachgedacht, wie sich die Figuren entwickeln werden, wie sich die Welt von Kalandris verändern wird ... und was es mit dem gespaltenen Mond auf sich hat.

Es waren schon von Anfang an drei Bände geplant, aber im letzten Jahr kamen mir Zweifel, ob beim (noch nicht vorhandenen) Publikum überhaupt ein Interesse bestehen könnte? Doch in letzter Zeit habe ich so großen Spaß am Entwerfen dieser Welt gehabt - vor allem, als ich Schattenschleicher schrieb -, dass ich nicht mehr davon lassen kann.

Die nächsten Monate hab ich ausreichend Freiraum, denn eine kleine Rücklage ermöglicht mir, mich bis zum Winter auf meine Arbeit zu konzentrieren, doch im nächsten Jahr werde ich mich, wenn der erste Band kein zumindest kleiner Erfolg wird, nach einem Job umsehen müssen.

Leider ist in diesem Land, von wo auch immer her, das Gerücht, nein, die feste Meinung aufgekommen, man könne mit Anfang fünfzig nicht mehr eine anspruchsvolle Lohnarbeit ausführen, so dass mir nichts anderes übrig bleiben wird, als eine Hilfsarbeit anzunehmen. Das wird auf die Knochen gehen, aber immerhin werde ich mich nicht mit schlauen Leuten rumärgern müssen. (Vermutlich aber mit weniger schlauen).

Wenn ihr also nicht wollt, dass ich ab Januar 2023 Regale bei Lidl einräumen muss, dann verhelft mir zu einem Erfolg und käuft Die Ruinen von Vinatur. Ab übermorgen könnt ihr das eBook oder die Taschenbuchausgabe bei Amazon bestellen. Wenn ihr ein Kindle-Unlimited-Abo habt, könnt ihr das Buch auch ausleihen.

Und wenn ihr mir noch mehr helfen wollt, dann lasst nach dem Lesen eine Rezension dort, sonst trifft mich die persönliche Rezession, denn nichts erhöht die Sichtbarkeit auf Amazon - und somit die Möglichkeit eines Erfolgs - mehr.

Zum Schluss noch die erste Szene des neuen Manuskripts, ein früher Teaser sozusagen, noch bevor ihr den ersten Band gelesen haben könnt. Hoffentlich einer, der neugierig macht:

(ACHTUNG: LEICHTE SPOILER ZUM ERSTEN BAND)

Der gespaltene Mond stand groß und bedrohlich am Himmel, drängte sich durch die dunkelgrauen Wolkenfetzen, die von einem scharfen Wind über die Wälder am Fuß der Burg getrieben wurden.

Es roch nach Nebel und Herbstlaub. Die Nacht war still wie ein Schlachtfeld nach dem Ende der Kämpfe und Tarank at’ Miradek stand am obersten Fenster des Burgturms und blickte abwechselnd hinab auf die Wälder und zum Mond hinauf, der ihn schwermütig werden ließ. [...]

Tarank ar’ Miradek schaute wieder in die Tiefe. Die Burg thronte auf einer schroffen Felsnadel, die sich mehr als zweihundert Fuß aus den dunklen Wäldern erhob. Wälder, die bis zum Horizont reichten und von Nebelschwaden durchzogen wurden und in denen die Unberührbaren hausten. Früher einmal waren sie Diener auf den Burgen seines Volkes gewesen. Das war lange her, Tarank konnte sich kaum noch erinnern, wie lange. Waren hundertzwanzig Sommer vergangen, oder eher hundertvierzig? Tarank wusste es nicht mehr. Müde strich er sich über das hagere Gesicht, das weiß wie Marmor war und genauso kalt und hart. Manchmal wünschte er sich die Diener zurück. Und die Dienerinnen. Aber es wäre kein guter Einfall, die Gefahr eines weiteren Aufstands heraufzubeschwören. Deshalb hatte der Hohe Rat seinerzeit die Unberührbaren verbannt, bis auf wenige Ausnahmen, die in der Zitadelle dienten, ruhig gestellt, vom eigenen Willen befreit durch die Kunst der Elchemischen Gilde.

Tarank at’ Miradek wandte sich von dem nächtlichen Bild ab, vom gespaltenen Mond und von den Wäldern, dem Nebel und den düsteren Wolken und trat an ein filigranes Tischchen, um den Docht der Öllampe hochzudrehen. Das Licht flammte auf und erhellte sein Schlafgemach. Es musste weit nach Mitternacht sein und er würde bis zum Morgengrauen nicht schlafen können, das spürte er bis tief in die Knochen. Je älter er wurde, um so seltener küsste ihn die Mutter Nacht, um so mehr versank er in fruchtlose Grübelei.

Er gab sich einen Ruck und ging zu seinem Harmonium, das neben dem Bett stand. Etwas Musik würde ihm gut tun, würde seine angespannten Nerven beruhigen. Wenn nur nicht der gespaltene Mond so dicht vor seinem Fenster stehen würde.


1. Mai 2022

Es ist soweit, heute ist Die Ruinen von Vinatur bei Amazon erschienen. Und kurz nach Mitternacht zeigten mir die internen Statistiken schon einen Verkauf an. Wer das wohl gewesen sein mag?

Ich werte das mal als ein gutes Zeichen.

Die nächsten Tage werden spannend für mich. Ich habe dieser Veröffentlichung mehr entgegen gefiebert, als meinem Geburtstag zwei Tage zuvor. Und es ist mir klar, dass es ein Höllenritt werden wird, diesen Fantasy-Jumbo von der Landebahn zu bekommen - aber mit eurer Hilfe wird das schon ...

Als nächstes starte ich eine kleine Werbekampagne direkt auf Amazon und werde sie mit der Kreditkarte meiner Frau bezahlen, weil ich keine eigene habe (der arme Poet).

Ein heftig kapitalistisches System übrigens; man ersteigert die Werbeplätze über das Gebot für einzelne Schlagwörter. Immerhin kann man überhaupt Werbung schalten. Bei Steam zum Beispiel ist das nicht möglich, wie ich bei meinem ersten eigenen Game erfahren musste. Steam verkauft das als "Faire Entscheidung", um den großen Playern keinen Vorteil zu geben, aber der Effekt für einen Ein-Mann-Publisher wie mich ist, dass keinerlei Sichtbarkeit entstehen kann. Mein Spiel Gothic 1881 (das wirklich recht gelungen ist, wie ich finde) hat sich in etwas mehr als einem Jahr nur rund 100 mal verkauft.

Da ersteigere ich dich lieber einen Werbeplatz bei Amazon und hoffe auf das Beste.


2. Mai 2022

Wow! Tag 2 und schon ist das Buch in der Unterkategorie Dunkle Fantasy in der Top 100. Das fängt ja gut an. Ist nebenbei gesagt das erste Mal in meinem Leben, dass ich in den Charts auftauche.

Aber zufrieden bin ich ja nie, deswegen hoffe ich sehr, in den nächsten Tagen auch in die Hauptkategorie Fantasy aufzusteigen. Das wäre ein Traum, wenn das kein Traum bliebe.

Was mich auch begeistert hat: Amazon stellt ja einiges an Statistiken zur Verfügung und dadurch habe ich erfahren, dass gestern 644 Seiten, bei über Kindle Unlimited ausgeliehenen Büchern, gelesen wurden. Da ich nicht glaube, dass Die Ruinen von Vinatur schon oft ausgeliehen wurde bedeutet das wahrscheinlich, dass jemand das Buch in einem Zug durchgelesen hat. Scheint spannend zu sein ...

Am Vormittag habe ich weiterhin das Buch in verschiedenen Sozialen Medien und Foren beworben und vor allem meine Facebook-Community hat mich unterstützt, auch mit Käufen. Großartige Sache.

Anschließend habe ich eine kleine Werbekampagne bei Amazon selbst geschaltet, mit einem Etat von 200 Euro für 10 Tage. Mal sehen, was es bringen wird. Nach den heutigen Zahlen und Rängen bin ich zuversichtlich.


25. Mai 2022

Kinder, Küche und Karriere haben mich die letzten Wochen daran gehindert, in diesem Arbeitsjournal zu schreiben, was nicht sehr schlimm ist, weil kaum etwas Nennenswertes geschehen ist. Außer die Werbekampagne ...

Auf Amazon bietet man für Klicks. Ich habe also ein Tagesbudget festgelegt, dass meine Gebote auf 20 Euro täglich begrenzt hat. Den einzelnen Schlagwörtern, mit denen ich Klicks für mein Buch generieren wollte, habe ich Gebote von anfänglich um die 70 Cent pro Klick, später bis zu 120 Cent zugeordnet. (Dieser Betrag wird nur angerechnet, wenn ein Käufer auf die Anzeige klickt und auf die Detailseite des Buches weitergeleitet wird).

Vorweg kann ich sagen, es hat kaum etwas gebracht. Zwar habe ich durch die ziemlich hohen Gebote mehr als 20.000 Impressionen gehabt - das heißt, so oft wurde meine Anzeige in der Suchliste zu meinen Schlagwörtern gesehen - aber nur ein paar hundert Leute haben dann auf das Buchcover geklickt, um auf die Detailseite des Buches zu kommen. Und noch weniger haben das Buch dort gekauft. Sehr viel weniger. In den zehn Tagen, die die Kampagne lief, sind über die Werbung sage und schreibe 4 Verkäufe zustande gekommen (und ein paar Hundert gelesene Seiten über Kindle Unlimeted).

Glücklicherweise ist das Gebotssystem auf Amazon dynamisch, so dass mein Tageslimit vom Algorithmus nicht annähernd ausgeschöpft wurde. Ich habe also in den zehn Tagen nur etwa 50 Euro Verlust gemacht.

Kein Problem. Was aber ein Problem ist: wieso haben mehr als 20.000 Impressionen zu nur 4 Verkäufen geführt?

Es könnte am Cover liegen. Was schmerzt, weil ich das Cover ja selbst entworfen habe und es für ziemlich passabel hielt. Aber das Publikum hat es offensichtlich nicht goutiert, passabel scheint heutzutage nicht auszureichen. Also habe ich mich nach guten Grafikern umgeschaut - und die guten sind teuer. (Und die billigen kaum besser, als ich selbst). Ein Grafiker, den ich sehr schätze und der für viele große Verlage arbeitet, möchte für ein Cover mindestens 800 Euro. Das ist zwar angemessen, aber für mich völlig außerhalb des Budgets, vor allem, weil ich mir ziemlich sicher bin, diese Ausgabe auf absehbare Zeit nicht wieder reinholen zu können. Und was wäre, wenn es doch nicht am Cover liegt, sonden zum Beispiel an der Buchbeschreibung oder am Plot? Dann hätte ich knapp 1000 Euro in den Sand gesetzt.

Wie also weiter? Erst einmal werde ich wie geplant nächste Woche das Beiboot veröffentlichen, die Kurzgeschichte Schattenschleicher, die ich teils kostenlos anbieten werde, um LeserInnen zu begeistern und dann auf den Roman zu verweisen. Auch das eine ziemliche unsichere Herangehensweise. Aber vielleicht geht der Plan ja auf.

Zum anderen werde ich mich wieder an meine Grafikprogramme setzen und ein neues Cover gestalten, eines, dass dem Publikum hoffentlich besser gefällt. Der Relaunch folgt dann im Laufe des Monats Juni.

Was noch zu sagen bleibt: faszinierend, wie wenig Verkäufe man braucht, um bei Amazon in einer (eher unwichtigen) Unterkategorie in der Top 100 zu landen. Ein, zwei eBooks am Tag, dann noch 200 gelesene Seiten in ausgeliehenen Exemplaren ... und schon steht man auf Platz 98 in Dunkle Fantasy. Aber gebracht hat das leider auch nicht viel.


31. Mai 2022

Kostenlos - eigentlich wollte ich das ja nie wieder machen, denn ein Schriftsteller soll für seine Arbeit bezahlt werden.

Aber dieses Mal habe ich einen Plan: die knapp 50 Seiten lange Fantasy-Story Schattenschleicher wird von mir in den nächsten Tagen verschenkt und soll sozusagen als Schlepper für den Roman dienen (ich erwähnte es schon). Das Ziel ist, die Leserschaft mit dieser Geschichte von meinem Können zu überzeugen, so dass sie ohne mit der Wimper zu zucken, oder überhaupt nachzudenken, den Roman kauft. Ein schöner Traum ...

Allerdings weiß ich, aufgrund der Kostenlos-Aktion bei meinem ersten eBook (Jahre ist es her), dass zwar viele potenzielle Käufer gerne ein Geschenk annehmen, dann aber nicht mal eine Review oder ein paar Sterne auf Amazon da lassen. Undankbare Kobolde, sie alle.

Vielleicht ist es dieses Mal ja anders ... Begeisterungsstürme, Berühmtheit, Reichtum ... Schnickschnack.

Was mich an etwas erinnert: ihr, die ihr schon Die Ruinen von Vinatur gekauft habt, ihr knapp 30 Menschen dort draußen in den Weiten der Gutenberg-Galaxis, seid so gut und gebt mir ein paar Sterne oder eine Review, wenn ich schon keinen Kanten Brot in der Hand und kein Dach mehr über dem Kopf hab. Denn ich bin ein armer Gaukler, doch ich kann mit Ironie und Sarkasmus besser jounglieren, als mit Totenschädeln.


30. August 2022

Heute, Monate später, muss ich leider eingestehen, dass es sich alles nicht so entwickelt hat, wie ich es mir erträumte.

Die Werbekampagne auf Amazon ist ins Leere gelaufen, die beiden Bücher haben sich grauenhaft schlecht verkauft, die Kostenlos-Aktion ist wie schon geahnt vonstatten gegangen - mehr als zweihundert Exemplare sind gratis über den Tresen gegangen, keine einzige Rezension ist danach auf Amazon veröffentlicht worden, nicht einmal ein paar Sterne glitzerten.

Das alles ist schade, aber offenbar nicht zu ändern. Ich habe mich bemüht (sicher nicht genug), doch was Public Relations anbelangt, bin ich leider, leider eine Null.

Und vielleicht ist Die Ruinen von Vinatur auch einfach nicht gut genug, um es in höhere Ränge zu schaffen.

Die Konsequenz: ich habe den zweiten Teil, Die Ruinen von Albenmoor, erst einmal ad acta gelegt und schreibe zur Zeit stattdessen zum einen an einem Krimi, zum anderen an einer Dystopie. Mal sehen, was daraus wird ...

Als Abschiedsgeschenk für meine dreißig treuen Leser und Leserinnen habe ich einen Download auf die Startseite dieser Homepage gestellt: Siebenfingers Rache, eine Kurzgeschichte, eine Legende aus dem Grünen Buch der Erde. Ich wünsche euch viel Vergnügen beim Lesen.


Montag, 8. Juli 2013

Wie kann man nur so langweilig über langweilige Figuren schreiben?
Seit ich in den letzten Tagen zum ersten Mal Daniel Kehlmann gelesen habe, weiß ich erst David Wagner richtig zu schätzen. Hätte ich Leben nach Der fernste Ort gekauft, hätte ich den Roman von Wagner vermutlich für großartig gehalten. Alles ist relativ, selbstverständlich ist es das.
Mein erstes Date mit Kehlmann also, und ich bin gelangweilt. Kein Charme, kein Esprit. Seine Novelle, die als sein viertes Buch 2001 bei Suhrkamp publiziert wurde, ist kurz und zäh, so dass ich, obwohl ich schon achtzig Prozent des Textes gelesen habe, kurz vorm Aufgeben bin.
Möglicherweise ist das sein schlechtestes Buch, aber einen guten Schriftsteller könnte man ja auch mit seiner trübsten Arbeit ertragen. Es ist unfassbar, aber Der fernste Ort erhebt sich stilistisch streckenweise kaum über einen ambitionierten Oberschüler-Aufsatz hinaus. Banal und voller Clichés wird folgerichtig eine Schule beschrieben: Er stieg aus und blickte an der Fassade der Schule hinauf. Ihre vom Regen schwarzen Mauern, die schwer zu bewegende Eingangstür, die Kunststoffböden und der Geruch nach Pullovern und Reinigungsmitteln.
Mein Lektor würde mir solche Passagen erbarmungslos streichen. Hätte das aber sein Lektor getan, wäre die Novelle auf die Hälfte zusammengeschnurt.

Auch Emotionen beschreibt Herr Kehlmann sehr präzise und fern jeder Trivialität: Sein Mund war ausgetrocknet, in seinem Magen hing ein bohrend flaues Gefühl; auf einmal wollte er so sehr nach Hause, dass ihm Tränen in die Augen traten.
Das hat kaum mehr Niveau, als ein Groschenroman. Wie kann man mit so etwas dermaßen mediokren dermaßen bekannt werden, so hochgelobt, geehrt mit mehr als einem Dutzend Auszeichungen? Doch vieleicht, vielleicht ist das ja wirklich sein schlechtestes Buch.
Und die Stilblüten, die kann er, die macht er ganz grandiös: Die Möbel zeichneten sich als scharf umrissene Schemen ab.
Entschuldigen Sie, lieber Autor, liebster Lektor: entweder scharf umrissen oder schemenhaft. Das muss einem doch auffallen.

Aber was wird hier eigentlich erzählt? - Ein langweiliger Mann namens Julian versucht seinem Leben zu entfliehen, täuscht einen Badeunfall vor, trifft per Zufall seinen etwas verschrobenen Bruder (der einzigen halbwegs interessanten Gestalt des Textes)... und weiter bin ich noch nicht vorgedrungen. Achtzig Prozent des Buches.
Unelegant unterfüttert wird das mit der Erinnerung des Protagonisten, die ihn zu einer anderen Flucht zurückführt, die aber ebenso uninteressant ist.
Zwischendurch hat dieser Julian das Gefühl, sein Ich würde sich auflösen; und was nimmt der Autor hierfür zur Veranschaulichung, na? Na? - Spiegel! Spiegelbilder, spiegelnde Flächen, Ich-Verlust. Grundgütiger!

Ich habe bislang einen Bogen um das Werk Kehlmanns gemacht, weil ich nie das Gefühl losgeworden bin, dass er zu Unrecht vom Feuilleton hochgeschrieben wurde. Das stimmt anscheinend. Aber ich werde seinem Werk noch eine Chance geben. Nachdem ich mich durch Der fernste Ort gequält haben werde, nehme ich mir Ruhm vor, seinen neusten Roman. Es kann ja sein, dass er in den letzten zehn Jahren zu einem 1a-Schriftsteller herangewachsen ist.
Andernfalls werde ich nicht zum ersten Mal am deutschen Feuilleton verzweifeln.

*

Erfreulicher als die Misere des Kehlmanschen Oevres, ist mein neustes Spielzeug. Gestern habe ich mir einen Palm m505 nebst zusammenklappbarer Tastatur bei ebay ersteigert. Ich war in den letzten Tagen auf der Suche nach einer geeigneten Hülle für meinen 4-Zoll-eBook-Reader, und stieß so auf das Zubehör für den  legendären PDA. Und musste feststellen, dass der Preisverfall von Computern jedwelcher Art erschreckend ist. 2001 wurde der Palm m505 für 1200 DM auf den Markt gebracht, nunmehr bekommt man ihn mit einem Konvulut Zubehör (das sicher auch nicht ganz billig gewesen ist) für schlappe 8 Euro in der elektronischen Bucht.
Vor zehn Jahren noch ein für mich unbezahlbares Manager-Gadget, jetzt schon Elektroschrott, wenn nicht gar Sondermüll - ein älteres Modell mit S/W-Bildschirm erhält man zum Grundgebot von einem Euro.
Jetzt habe ich also eine "Schreibmaschine" für unterwegs, die kaum mehr als 350 Gramm wiegt und in meine Jackettasche passt.
Und ich bin sehr gespannt, ob der Palm meinen Kindle erkennen kann, dann hätte ich nämlich ein portables Büro, das kein Pfund wiegt.
Ich werde in den Kaffehäusern sitzen, meinen Palm mit angeklemmter Tastatur auf der Resopalplatte, und ich werde aussehen wie ein Penner-Manager.


Palm m505 mit Keyboard

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Mittwoch, 5. Juni 2013

In dem Zeitraum von der Veröffentlichung bis zur Gratisaktion des eBooks Bitterstoffe lagen sieben Tage. In dieser Woche verkaufte ich genau ein Exemplar (und ich weiß auch an wen) - der Gewinn betrug zwei Euro.
Dann begann, vorgestern Morgen, der Schlussverkauf, nein, das herausschleudern für null Euro. Und ich war gespannt, was passieren würde, denn wie sollte man Bitterstoffe finden? Erst wenn das eBook die Gratis-Charts erreichen würde, wäre es für den potenziellen Kunden sichtbar.
Nun hatte ich in verschiedenen Foren gelesen, dass es kaum etwas ausmachen würde, ob man Werbung machte oder nicht.
Ich informierte also nur über meinen Blog (und einen Link bei Facebook) und stellte das Buch zusätzlich in das >> Kindle-Diskussionsforum <<, denn dort scheinen sich die gewieften Schnäppchenjägergesellen zu informieren.

In den Stunden des Morgens und Vormittags geschah wenig, die Anzahl der Ladevorgänge kroch im Zähler langsam, sehr langsam voran. Das Buch dümpelte in den Rängen um 1000. Doch um die Mittagszeit nahm das Ganze an Fahrt auf, und endlich am frühen Abend erreichte es den Platz 81 in den Gratis-Charts. Nun war das Buch sichtbar geworden, nun entwickelten sich die Dinge.
Verblüffend war auch, dass der 81ste Platz schon mit 129 geladenen Exemplaren erreicht wurde. Wenn ich mich recht entsinne, war noch vor wenigen Monaten eine Anzahl von 400, 500 Stück nötig, um die magische Schwelle von Rang 100 zu überschreiten. Das bedeutet nichts anderes, als dass im letzten halben Jahr weniger und weniger kostenlose eBooks bei Amazon eingestellt wurden. Diese Werbeaktion scheint sich totgelaufen zu haben, vermutlich weil sie wenig bringt, wenig einbringt.
Hier ein paar Zahlen, damit ihr euch über die Entwicklung eine Vorstellung machen könnt:

3.6.13
18.30 Uhr - Rang 81 bei 129 Gratisexemplaren
22.30 Uhr - Rang 50 bei 361 Gratisexemplaren
23.00 Uhr - Rang 26 bei 379 Gratisexemplaren

4.6.13
11.30 Uhr - Rang 21 bei 528 Gratisexemplaren
11.50 Uhr - Rang 11 bei 536 Gratisexemplaren
15.00 Uhr - Rang 12 bei 596 Gratisexemplaren

5.6.13
13.30 Uhr - Rang 17 bei 887 Gratisexemplaren
20.50 Uhr - Rang 24 bei 956 Gratisexemplaren

Deutlich zu erkennen ist, dass am heutigen, dritten Gratis-Tag der Rang stagniert, obwohl kaum weniger Exemplare geladen werden, als an den Tagen zuvor. In den oberen Rängen scheinen alle eBooks gut "verkauft" zu werden, so dass man sich gegenseitig im Weg rumsteht.
Die Aktion dauert noch bis Morgen früh an, und ich rechne mit knapp über 1000 verschenkten eBooks. Das ist beinah das Dreifache der seinerzeit verkauften Print-Ausgabe. Wären auch diese 1000 eBooks verkauft worden, hätte ich in drei Tagen mehr als 2000 Euro verdient. Aber das ist natürlich eine Milchjungenrechnung, denn in der ersten Woche, ich erwähnte es, ist nur ein lumpiges Exemplar zu 2.99 Euro über den Ladentisch gegangen.

Die große Frage ist nun, wird das Buch weiter sichtbar bleiben, z.B. über die Verlinkung "Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch"...
Wird sich Bitterstoffe in den nächsten Wochen also besser verkaufen, als in der ersten? Werde ich jetzt reich & berühmt? Und wenn nein, seit ihr schuld? Denn nur ihr alle könnt das Buch kaufen (ich hab es schon). Ach, ihr habt es euch auch alle umsonst geholt? Dann bezahlt in der Währung des Eitelkeitsjahrmarkt: schreibt eine Rezension auf Amazon. Fünf Zeilen und fünf Sterne genügen völlig.
Und hier geht es zum >> BUCH <<
Ich werde die nächsten Wochen berichten, wie sich die Verkaufszahlen entwickeln.


Bitterstoffe, Rang 21, 4.6.13, 11.30 Uhr

Bitterstoffe, Rang 11, 4.6.13, 11.50 Uhr


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Montag, 3. Juni 2013


Und das Abenteuer geht weiter (Flipper flitzt um die Wellenbrecher, Lassie winselt und frisst Strandhafer). Seit heute Nacht kann man Bitterstoffe (für drei Tage) GRATIS als eBook bekommen.
Nun wird sich zeigen, ob die potenziellen Leser diesen Roman jedenfalls geschenkt haben möchten, ihn aus dem Netz saugen und ihn in den GRATIS-Charts nach oben schnellen lassen, denn das wird voraussichtlich die einzige Möglichkeit sein, Aufmerksamkeit in der Amazon-Welt zu erlangen.
Doch selbst wenn das Buch auf die vorderen Plätze der Top 100 kommt, heißt das noch lange nicht, dass es sich danach gut verkaufen wird (oder auch nur mittelmäßig).
Vor einem Jahr schien das noch passabel zu gehen, aber seinerzeit wurde ein gratis gut platziertes Buch bei Amazon auch bei den Verkaufsempfehlungen bevorzugt verlinkt. Das scheint nun weggefallen zu sein, so dass ein Gratis-Buch schnell wieder in der Versenkung verschwindet, vielleicht auch nur verschwinden kann.
Und genau dieses "vielleicht kann" wird die große Überraschung sein. Deshalb müsst ihr euch jetzt schnell Bitterstoffe holen, damit ich euch Ende der Woche berichten kann, ob ich das Zeug zum Bestseller-Autor habe.

Hier geht es zum >> BUCH <<

(Am rechten Rand der Amazon-Seite kann man sich im Übrigen die Kindle-App runterladen, falls dem einen oder anderen ein Reader fehlt).



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Dienstag, 28. Mai 2013

Ich hatte es ja schon vor einigen Monaten angekündigt, und jetzt ist es soweit: heute ist Bitterstoffe als eBook bei Amazon erschienen. Für schlappe 2.99 Euro könnt ihr meinen ersten Roman, der 2009 bei Rotbuch einen kleinen Schiffbruch erlitten hatte, kaufen, lesen und beurteilen (ich wäre für jede Fünf-Zeilen-Rezension dankbar, denn nur diese können das Buch in den Amazon-Listen nach oben schwemmen).

Kollege René Hamann schrieb seinerzeit in der taz: 
Erzählt ist Bitterstoffe in einer angenehm kargen, nüchternen, heruntergeschraubten und doch immer wieder zu poetischen Wirkkraft fähigen Sprache. Eine Beschreibung, eine zweite, und schon ist ein ganzer Emotionskosmos dargestellt


Hier geht es >> zum Buch <<
Und so sieht es aus:




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Samstag, 25. August 2012

Es gibt nichts, was mich zur Zeit mehr fasziniert, als der E-Book-Markt. Vor allem die Selbstverleger-Plattform Kindle direct publishing entwickelt geradezu einen magischen Sog.
Natürlich habe ich früh als ernsthafter Autor gelernt, dass publizieren ohne Verlag nicht nur rufschädigend sondern sogar ehrabschneidend sein soll. Aber muss mich das kümmern? - Bei Amazon.de werden im E-Book-Bereich seit einigen Monaten Verkaufszahlen generiert, von denen ich sogar mit einem Vertrag bei, sagen wir, Suhrkamp träumen könnte. Wieso also nicht einen Roman dort veröffentlichen, der so oder so in der Schublade liegt, und der frühestens 2015 im Printbereich veröffentlicht werden könnte.
Und dann die Tantiemen die Amazon anbietet. 70 Prozent von allen Einnahmen. Ich bin ja nicht gierig, aber ich träume ganz plötzlich von einem Urlaub in der Südsee.

Ich überlege hin und her und werde ganz nervös, ob der ungeahnten Möglichkeiten in diesem Klondike des Buchhandels. DER NEUE MARKT. Durchbruch zu unbekannten Dimensionen. Vor uns der KINDLE-Spiralnebel, hinter uns die Gutenberg-Galaxis.

Und soweit ich das überblicke, wäre ich einer der allerersten ernsthaften Autoren, die dort einen Roman ausschließlich als E-Book veröffentlichen. Davon abgesehen findet man auf dieser Plattform nur Genre-Romane und Vanity-Press (nebenbei: das E-Book wird der Todesstoß für die unzähligen Zuzahl-Verlage sein).

Aber wenn im neuen Claim nur Lehm zu finden ist, das Gold ausbleibt... dann habe ich einen Roman geschreddert, an dem ich über ein Jahr gearbeitet habe.

Ach, ich habe mich ja schon entschieden: no risk, no fun.

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Mittwoch, 15. August 2012


 Merkwürdig, dass die 90er Jahre auch schon ganz historisch geworden sind; alle Kinder, die jetzt dort draußen herum laufen, sind erst nach jenem Jahrzehnt geboren.
„Akte X“, „The Simpsons“, „Cagney and Lacey“. Warum erinnert man sich immer zuerst an Fernseh-Serien? Wie man auch zuerst an „Raumschiff Enterprise“ denkt, wenn man sich an seine Kindheit in den 70ern erinnert, an „Mondbasis Alpha 1“ und „Die Waltons“.
Oder an Groschenromane in den 80ern: „Geisterjäger John Sinclair“, „Professor Zamorra“, „Monstrula“, „Dämonenkiller“.
Nachdem die meisten Heft-Serien (wenn auch nicht die Erstgenannten) mit dem Erscheinen des Privatfernsehens verschwunden waren, aber natürlich nicht die potenzielle Leserschaft, habe ich mich oft gefragt, wo sie hin sind, die schnell geschriebenen Geschichten, der Schund. Ich habe sie wiedergefunden. Als ich mein neues Kindle zum ersten Mal online schickte und im Kindle-Shop stöberte, so wie ich seinerzeit in Flohmarktkisten stöberte, fand ich sie alle wieder; die Zombie-Heftchen, die Space-Opera-Zyklen, das ganze Universum des Trashs. Die Arbeit all der Schriftsteller, der Lohnschreiber, die in den letzten zwei Jahrzehnten nicht mehr für Lohn schrieben, die vermutlich von ihren Ehefrauen lebten, oder von der Stütze. Hier finden sie wieder ein Publikum, das jedes noch so kurze und abgeschmackte Werk mit ausführlichen Rezensionen adelt.
Und in der Bestseller-Liste der E-Books auf Amazon stehen diese Machwerke, die schnell und unprofessionell geschriebenen Zombie-Apokalypsen zwischen den Veröffentlichungen von Heyne und Bastei-Lübbe.

Gleich nebendran die Klassiker gratis. Nehmen sie sich noch ein Pfund Goethe. Packen sie eine Schnitte Hölderlin auf ihr Triebwerk, nein, Laufwerk.
Ich sehe die Felle der Verlage davon schwimmen. Irgendwann bleibt Bastei und Suhrkamp nichts anderes mehr übrig, als, nach der großen Markbereinigung, zu fusionieren. Dann erscheinen die Horror-Romane von Schiller in einer wohlfeilen Paperback-Ausgabe mit Goldschnitt.
Ach, ich erinnere mich, damals, eine Zeit in der Hölle. Aber John Sinclair kam eine Runde vorbei und knallte die Geister und Untoten mit seiner Beretta ab. Die war geladen mit Silberkugeln. Die machten jeden kalt.
Schon in der Kindheit hatte ich mich in die Phantastische Literatur verguckt, las Jules Verne, Gustav Meyrink, Edgar Allen Poe (natürlich auch Bücher wie „Das Raumschiff der Kinder“ oder „…“) und war fasziniert, wie Herr Spock auf der Mattscheibe des Schwarz-Weiß-Fernseh-Geräts gesagt hätte.
Mit elf hörte ich dann zum ersten Mal eine Kurzgeschichte von H.P. Lovecraft („The Outsider“), und auch ich war verloren an den Schund. Und kaufte mir, mein Freund Joe hatte mit das ans Herz gelegt,  jede Woche das neueste Heft des Geisterjägers. Er hatte den Namen eines Arnachists und Dichters. Und meine Eltern sahen es nicht gerne, dass ich mich täglich mit Monstern beschäftigte, und mein Großvater sagte, das würde den Charakter des Kindes verderben.
Aber was soll ich sagen; das brachte mich zum Schreiben. Und in meiner ersten Kurzgeschichte löste eine ältere Dame ihren fetten, trägen Ehemann in Salzsäure auf. – Es war ein weiter Weg von dort nach hier.
Nun sitze ich hier und schreibe an meinem Blog anstatt an meinem Roman, der seit über einem Monat liegt. Die ersten zwei Drittel sind fertig und überarbeitet, aber der Rest will sich nicht in meinem Kopf zusammenfügen, es entsteht immer nur eine Mischung aus Albert Camus, Ingeborg Bachmann und Jason Dark. Das geht natürlich nicht, aber mein Gehirn will nichts anderes denken. Ich sollte wieder Horror-Romane runter schmieren. Kindle wartet auf mich.

In den 90ern, da gab es noch kein Kindle, obwohl ich mich erinnern kann, schon in den frühen 80ern von der E-Ink-Technologie gelesen zu haben. Aber es hat ein viertel Jahrhundert gebraucht, bis ich dieses elektronische Buch in den Händen halten konnte. Und es ist genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Zwischen diesen Zeiten lag das Nachwende-Jahrzehnt, in dem es noch kein Internet gab, und mobile Telefone nur von Angebern, Geschäftsmännern und Nerds benutzt wurden (dieses Wort hörte ich auch zum ersten Mal 1993, aus dem haltlosen Mund einer Prinzessin aus Yale). Was, in Gottes Namen, hat man damals den ganzen Tag gemacht, außer seinen Kater auszukurieren und Postkarten zu schreiben, die von Friedrichshain nach Kreuzberg drei Tage brauchten. Neolithikum der Kommunikation. Unsere Gehirne sind anders geworden seitdem. Electric Cro Magnon.

(They say I´m wasting time, they say that I´m no good)

Florian Voß, nachts

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Sonntag, 12. August 2012

(Scheußlich sind die Tage unter dem Virenmond. Fett ist mir die alte Erkältung in die Glieder gekrabbelt, festgebissen hat sie sich wochenlang. Erika Fuchs würde übersetzen: Hust, hust, schnief, schnief, hatschi.
Sicher schon der siebte oder achte Infekt in diesem Jahr. Es verfolgt mich dieses leichte Fieber, seit meine Mutter mich ausgespuckt hat. Ich erinnere Schnee im grauen Raum hinter meinen glühenden Augenlidern, ein Gekrissel, das sich auf das ICH legte und es eindeckte nächtelang.
Schon wieder war ich zwei Woche in dieser zeitlosen Welt der Krankheit eingewickelt, und in mir schwappte eine Sehnsucht nach Sanostol empor. Nur schade, dass man sich als ausgebildeter Vater nicht einfach hinlegen kann, dass man vielmehr dem Kind schlapp hinterher hetzen muss, denn das Kind ist nur ein Überträger, das Kind wird nie krank, weil das Kind einen gesunden Lebenswandel hat, und nicht raucht, und nicht trinkt).

Hier bin ich also wieder, zwar mit einem Ziehen und Zwacken in den Gliedern, mit einem entfernten, hölderlin-artigen Frühlingsgefühl in den Knochen, aber noch haben sie mich nicht in den Turm gesteckt.
Ich las die letzten Tage wieder – nach Jahren – seine späten Gedichte, die mich schon hingerissen haben, als ich Zwanzig war. Damals wollte ich meinem eigenen Urteil nicht trauen; ich fragte mich: hat das nicht ein Wahnsinniger geschrieben, ein Mann, dem die Synapsen durchgebrannt sind; sollten nicht die früheren, die klassischen Gedichte besser sein, kann man diesen ewigen FrühlingSommerHerbstUndWinter denn lieben?
Jetzt lese ich sie wieder, die letzten Verlautbarungen des guten Scardanelli, und es schlägt mir mitten ins Herz, schlägt gegen den Takt meiner Herzschläge an.
So eine eisige Klarheit, so ein fokussieren auf die unwesentlichen, auf die echten und übersehenen Dinge, das ist es, was diese späten Hölderlin-Gedichte ausmacht. Während der Herr Hölterlein ausgemacht war... von seiner Welt, Umwelt, Umbra Vitae. Er musste nur mal schnell austreten (das Aas treten), musste nur mal schnell neben sich her treten, in die Welt hinein treten, ganz andere Wege gehen. Und kritzelte ab und an auf Papier, so wie es gut hundert Jahre später der Herr van Hoddis tat, dem man die Papiere wegnahm, von dem nichts scardanelli-artiges übrig blieb, weil seine Lehnsherren in den Irrenasylen nichts von dem Gekritzel verstanden. Sie haben es nicht vernichtet, sie haben es einfach nur weggeschmissen, kurz bevor van Hoddis nach der Vorhölle verschifft wurde.

Ich las das auf einem Kindle (mein neues Interface in die Gutenberg-Galaxis), und es war ganz umsonst, dieser Text, diese Poesie. Die ich mir herunter lud für UMME (Hölderlin nimmt die WUMME und lässt dein Gehirn an die Raufasertapete des Turmzimmers spritzen. Spritz, spritz).
Ah, das schönste Spielzeug, ein E-Book-Reader (don´t follow leaders, watch the e-book-readers). Ich bin so glücklich und begeistert am Anfang dieses Umbruchs zu stehen, in einem Zeitalter zu leben, das es mit dem Gutenbergs aufnehmen kann. Ich habe eine Luther-Bibel in den Händen (89 Cent im Kindle-Shop), ich werde dabei gewesen sein, zu dem Zeitpunkt werde ich dabei gewesen sein, an dem die Welt eine andere wurde, als die größte intellektuelle Revolution des 21ten Jahrhunderts begann. Ihr werdet sagen: Voß, haben wir es nicht auch eine Nummer kleiner. Und ich werde sagen: Nein, ihr Ignoranten.
Ich werde auf eure Bücher spucken. Im Licht meines Kindle-Bildschirms.

Jetzt muss ich wieder husten, der Schleim löst sich schwerfällig, die Nacht ist auch erkältet – Sommer, wer bist du, dein Gesicht habe ich lange nicht mehr gesehen. Nenn mich Herbst, mein Junge, ich habe Stoppeln aus gelbem Kraut im Gesicht, meine Füße sind kalt und rau, meine letzte SMS geht an die kalte Schlampe Winter.

Aber es war ein schöner Tag, auch wenn ich Hitzewallungen hatte, hochgedrückt im Körper vom letzen Aufflammen des Fiebers.
Wir saßen am Wahnsee, wir waren auf einem Fest. Meine Frau hustete wie Franz Kafka im Frühjahr 1924. Aber das Kind, der Überträger, das war glücklich. Es lief mit den anderen Kindern unter Kastanien und Eichen zum Ufer. Von der Terrasse aus beobachtete ich ihn, schaute zu ihm hin, sah den kleinen, blonden Jungen, wie er von den größeren Kindern getragen und herum gewirbelt wurde, sah, wie er lachte und glücklich war.
Das Kind stand an einem alten Baum und zählte bis Zwanzig. Eins, zwei, drei, vier, Eckstein, alles muss versteckt sein. Ich komme!
Und die Nacht senkte sich ganz langsam, und der See glitzerte ein letztes Mal, und die Kinder sprangen in die Dämmerung.
Und ich musste an Kafkas Buch „Betrachtung“ denken, und dass diese erste Miniatur dort das atemlose, sommerwarme Gefühl von elternlosen Kindern besser beschreibt, als ich es je könnte. Das Gefühl von Sand unter den Füßen, den Eindruck, den die Schattenrisse vor dem letzten Licht machen. Am See schwanken die Segelboote auf der dunklen Fläche, und die Takelagen machen dieses Geräusch, für das es noch kein Wort gibt. Die Eltern sind weit entfernt, man hört sie kaum, nur ein verwehtes Lachen und Tuscheln. Hey, dort ist ein Zaun, und in dem Zaun ist ein Loch. Ob es dahinter wohl in eine andere Welt geht?
Ich sah mein Kind, und ich sah, dass es glücklich war, und deswegen war ich glücklich.
Ich stand auf der Terrasse und aß Roastbeef, und dort drüben, gleich hinter dem nächsten Yachtclub, da hatte Kleist ein Verhältnis mit einer Pistole gehabt, und ein Stück weiter, im kalten, kalten Winter hatte Heym nicht aufgepasst.
Aber mein Kind leuchtete mit seinen blonden Haaren in die Nacht hinein. Und war ein Leichtturm des Lebens.

Karl Friedrich Schinkel "Der Morgen"

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