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Samstag, 25. August 2012

Es gibt nichts, was mich zur Zeit mehr fasziniert, als der E-Book-Markt. Vor allem die Selbstverleger-Plattform Kindle direct publishing entwickelt geradezu einen magischen Sog.
Natürlich habe ich früh als ernsthafter Autor gelernt, dass publizieren ohne Verlag nicht nur rufschädigend sondern sogar ehrabschneidend sein soll. Aber muss mich das kümmern? - Bei Amazon.de werden im E-Book-Bereich seit einigen Monaten Verkaufszahlen generiert, von denen ich sogar mit einem Vertrag bei, sagen wir, Suhrkamp träumen könnte. Wieso also nicht einen Roman dort veröffentlichen, der so oder so in der Schublade liegt, und der frühestens 2015 im Printbereich veröffentlicht werden könnte.
Und dann die Tantiemen die Amazon anbietet. 70 Prozent von allen Einnahmen. Ich bin ja nicht gierig, aber ich träume ganz plötzlich von einem Urlaub in der Südsee.

Ich überlege hin und her und werde ganz nervös, ob der ungeahnten Möglichkeiten in diesem Klondike des Buchhandels. DER NEUE MARKT. Durchbruch zu unbekannten Dimensionen. Vor uns der KINDLE-Spiralnebel, hinter uns die Gutenberg-Galaxis.

Und soweit ich das überblicke, wäre ich einer der allerersten ernsthaften Autoren, die dort einen Roman ausschließlich als E-Book veröffentlichen. Davon abgesehen findet man auf dieser Plattform nur Genre-Romane und Vanity-Press (nebenbei: das E-Book wird der Todesstoß für die unzähligen Zuzahl-Verlage sein).

Aber wenn im neuen Claim nur Lehm zu finden ist, das Gold ausbleibt... dann habe ich einen Roman geschreddert, an dem ich über ein Jahr gearbeitet habe.

Ach, ich habe mich ja schon entschieden: no risk, no fun.

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