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Dienstag, 27. November 2012

Am Sonntag habe ich mir den zweiten Abend des Zeitkunst-Festivals angeschaut (am Tag zuvor war ich noch zu erkältet). In der Villa Elisabeth wurde eine Performance aus Musik (John Cage), Lyrik (Max Czollek, Ricardo Domeneck, Maya Kuperman) und Lichtinstallation (Dieter Puntigam) geboten, die ihresgleichen sucht. Ich habe seit Jahren nicht mehr eine so beeindruckende Bühnenschau gesehen, ein Avantgarde-Zirkus. Inszeniert wurde der Abend von Lilly Jäckl. Ich war von der ersten bis zur letzten Minute gefesselt (obwohl ich zum Ende hin dringend Pipi musste).
Von der Aufführung habe ich leider keine Photos machen können, da meine Knipse zu lichtschwach ist, stattdessen gibt es aber ein paar Bilder von der Aftershow-Party, die Julian Arp und Johanna Melzow ausrichteten. Es gibt keine schöneren Feste, als die der Beiden, kein Fest, auf dem die verschiedensten Nationen sich in der Küche zusammen quetschen, und die - meist kulturellen - Neuigkeiten der Kontinente austauschen.
In Johanna und Julians Küche wird einem schlagartig bewusst, dass Berlin die einzige Stadt Deutschlands ist, in dem ein Knotenpunkt des Röhrensystems zwischen den Metropolen liegt.
In der Szene um das Zeitkunst-Festival und das Verlagshaus J. Frank - die ja eng miteinander verzahnt sind - habe ich das Gefühl Weltbürger zu sein. Für einen Mann, der in Lüneburg und Karlsruhe seine Kindheit und Jugend verbrachte, ist das ein tolles Gefühl.

Villa Elisabeth

Caspar Frantz

Ballsaal

Johannes Frank führt ein

Oya Erdogan, Odile Kennel

Tobias Roth, Caspar Frantz

Ricardo Domeneck, Johannes Frank, Johanna Melzow

Julian Arp

Lilly Jäckl, Ricardo Domeneck

 Ricardo Domeneck, Johannes Frank 


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Sonntag, 9. September 2012

Vorgestern eine Lesung in der Z-Bar. Birgit Kreipe und Kerstin Preiwuß saßen auf dem Podium. Die Gedichte waren beeindruckend, die Veranstaltung war schlecht besucht (kaum zwanzig Leute; wo waren sie alle nur gewesen?), und ich war hundemüde. Offenbar noch immer diese unfassbare hartnäckige Sommergrippe. Wurde dem entsprechend ziemlich fix betrunken und ging früh.
Auf dem Weg durch die Nacht: Gedankenrauschen, leichter Regen, Paare und Passanten. Vielleicht ein oder zwei Schläger auf dem Grazer Platz.

Birgit Kreipe

Birgit Kreipe, Kerstin Preiwuß

Birgit Kreipe, Kerstin Preiwuß

Johannes Frank

Birgit Kreipe, Kerstin Preiwuß

Odile Kennel, Adrijana Bohocki
Björn Kuhligk

Adrijana Bohocki, Björn Kuhligk
Andrea Schmidt

Johanna Melzow

Johanna Melzow

Dominik Ziller, Johannes Frank

Andrea Schmidt, Jan Papenfuß

Die Nacht

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Samstag, 17. März 2012

Welche Zuhältervisagen am protzigen Stand der ARD rumlaufen, und zwar noch vor der Öffnung für den Publikumsverkehr, was für Visagen also auf diesem "Tele-Forum" in die Luft stieren, unglaublich. Auch Puffmütter dabei. So oder so ein Faszinosum, wie viele tumbe Gesichter man auf der Buchmesse sieht. Kein Gramm Grütze in der Schüssel, aber ein Auftreten, als hätten sie selbst und höchstpersönlich den Buchdruck erfunden, oder die Erstausgabe der Illias rausgebracht.
Eine mehr oder minder literaturlose Veranstaltung: Halle 2 gestopft voll mit Comics und Mangas, und den dazugehörigen, verkleideten Halbwüchsigen. Was hat das hier zu suchen? Ach ja, seit man den Scheiß Graphic Novel nennt, läuft auch Batman unter Literatur. Deshalb mittlerweile so viel Pöbel auf der Bookfair rumläuft und die Gänge verstopft.
Ähnliches sieht man ja mittlerweile ebenfalls in den Bibliotheken; seit die AGB einen Riesenhaufen DVDs in die Bestände genommen hat, macht sich dort der Mob breit. Was waren das für schöne Zeiten, als es in Bibliotheken so leise war, dass man lesen konnte.
Egal, Lyrik kaufen die ja seit mehr als zehn Jahren nicht mehr.

Dominik Ziller, Andrea Schmidt, Johannes Frank

Daniela Seel

Adrian Kasnitz

Christian Lux, Mathias Traxler


Am Abend dann noch mehr Lesungen, im Tapetenwerk. Kookbooks, Fixpoetry, Verlagshaus J. Frank. Schon vor den Ateliers, in denen gelesen wird, fast nur Berliner Dichter zu sehen. Eine merkwürdige Angewohnheit, sich in Leipzig gegenseitig zuzuhören, obwohl man sich ja erst letzte Woche in der Kneipe getroffen hat. Es wäre sinnvoller, eine kleine, unabhängige Buchmesse in Berlin zu veranstalten, dann könnten wir uns alle die Kosten für Fahrt und Übernachtung sparen.
Aber natürlich: das Familiäre ist eine schöne Sache, und im eigenen Empfinden wird Leipzig plötzlich ein Vorort von Berlin, insbesondere weil ganze Straßenzüge so ausschauen wie Prenzlauer Berg um 1995. Eine angenehme Stadt.

Crauss, Dominik Ziller, Max Czollek

Crauss


Oya Erdogan, Gerrit Wustmann

Später in ein Café in der Beethovenstraße, nahe des Deutschen Literaturinstituts, in dem bis in die Nacht eine bombastische Lyriklesung läuft, die wir uns eigentlich anschauen wollen. Aber völlig geschafft bleiben wir bei Suppe und Wein in diesem Café kleben. Und fahren dann schließlich in die Ferienwohnung zurück, die weit draußen liegt, in der sächsischen Einöde.

Johannes Frank

Swantje Lichtenstein, Crauss
 

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