In der Bildender Kunst ist es einfach: gleicht die Proportion des Bildes auch nur in Details der des Menschen, wird das Abbild von was auch immer als schön betrachtet. (Vermutlich trifft das auch auf die Proportionen der Natur als solches zu, was die Schönheit der abstrakten und informellen Bilder erklären würde). Aber was sind diese Proportionen übertragen in einen Text?
(Das ist) der Rhythmus des Menschen, Atem, Blutbewegung, Schrittschnelle, abgebildet in Wörtern, in ihrem Rhythmus, ihrer Bewegung, ihrem Klang. Gedichte werden als schön empfunden, wenn sie einen Gleichklang in sich selbst haben, in den Lauten. Vokalgleichmäßigkeiten, Konsonatenfugen.
Das Problem: ein Abbild kann dumm sein und trotzdem schön (die Photographie einer Biene). Bei dem Gedicht ist das nicht möglich. (Sonst wäre Karel Gotts Biene-Maja-Lied in den Großen Conrady aufgenommen worden).
Rede ich Unsinn? Nein, ich DENKE Unsinn.