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Montag, 5. November 2012

Ich habe Julius Röntgen angeschrieben. Er hat meine Mutter nie kennengelernt. Die beiden standen niemals Hand in Hand vor der Statue auf der Conradbrug. Es wäre zu schön gewesen, nach mehr als sechzig Jahren so eine Wahre Begebenheit zu entdecken. Aber diese zwei Kinder sind in den späten 40er Jahren aneinander vorbei gelaufen. Sind vielleicht nur das eine oder andere Mal zur gleichen Zeit in die Tram Nr. 3 eingestiegen. Und Julius hat Johanna die Zunge rausgesteckt, und meine siebenjährige Mutter hat mit den Augen gerollt.

Aber für mich ist dieses Gedankenspiel wieder eine Erinnerung mehr. So wie die Lesung von Markus eine Erinnerung mehr ist.
Hier die Photos von der - nennen wir es - Aftershow-Party:

Florian Voß (Photo Adrijana Bohocki)

Daniel Falb, Steffen Popp

Adrijana Bohocki, Hendrik Jackson

Markus Hallinger

Karla Reimert, Markus Hallinger, Marte Huke

Der Hallinger Markus

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Montag, 2. April 2012

(Heute ist Welt-Autisten-Tag. Und ich höre Haydn. Sechste Symphonie "Le matin". Eine seiner besten Werke, wie ich finde. Gehört zu meinen fünf liebsten Symphonien. Haydn ist mir ja eh näher als zum Beispiel Mozart. Nichts gegen Wolfgangus Theophilus Mozart, aber warum der große Haydn in den letzten Jahrzehnten in seinem Schatten stand, wird mir ein Rätsel bleiben. "Der Morgen" ist so komplex, überwältigend, erhebend. Da leuchtet schon Beethovens Sechste hervor. Hier bei mir wird das Werk historisch informiert vom Freiburger Barockorchester gespielt. Genau das Richtige für mein fuselalkoholumnebeltes Gehirn - der Weißwein gestern war nicht der allerbeste.)

Gestern abend also eine weitere Parlandopark-Veranstaltung im tiefen, düsteren Wedding (stilecht kommen einem auf dem Weg vom S-Bahnhof zur Grünthaler Straße ein paar abgemagerte Alkoholiker-Klischee-Gestalten entgegen gestakst).
Daniela und Hendrik stellten die hübschesten Bücher von der Messe vor. Birgit und Steffen lasen auch dies und das. Die annoncierten Gedichte waren teils interessant, teils nicht - mich beeindruckte am Meisten der Anfang des Langgedichts "Rede" von Kerstin Preiwuß - das Lokal neu gestrichen (Gold) und das Publikum spärlich. Kaum 15 Leute, und zwei Drittel kannten sich per Handschlag.

Was mir ja völlig unverständlich ist, wie man als erwachsener Mensch über Vierzig, sofort die Hände vor das Gesicht reißt, wenn sich ein Kameraobjektiv nur nähert. Ist das eine krude Form von Eitelkeit. Angst vor dem Raub der Seele, wie sie vor hundert Jahren im afrikanischen Busch verbreitet war? Oder halten sich die Leute wirklich für zu hässlich? Wie soll ich es sagen... die Falten gehen nicht weg, wenn man sie nicht photographiert.
(Wobei ich zugeben muss, dass ich demletzt auch zwei Photos aus dem Internet habe entfernen lassen. Ich sah aus wie eine schwer verkaterte Omi mit Pizzateig auf den Wangen).
Oder es ist simple Scheu. Wie gesagt: Welt-Autisten-Tag.


Daniela Seel, Steffen Popp

Steffen Popp

Adrijana Bohocki




Hendrik Jackson
 
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